Geocaching

Wir schreiben den 7. Juni 2008. Die üblichen Verdächtigen™ sind in Beelitz unterwegs, um dem maroden Krankenhausgelände einmal mehr (es ist unser vierter Besuch) neue An- und Einsichten abzujagen. Bereits beim letzten Besuch haben wir auf verschiedenen Wegen versucht, Koordinaten für das spätere Geotagging der Bilder einzusammeln. Ein GPS Logger von der Größe einer Streichholzschachtel mit riesigem eingebautem Speicher war noch nicht am Gerätehorizont zu sehen und iPhones gab es auch noch keine. Ich sammelte Koordinaten mit einer GPS Mouse, die mit einem Windows Mobile PDA verknüpft war. Die Ergebnisse waren „OK“ wenn auch nicht überragend genau.

Zum vierten Besuch war ich wieder mit dieser Ausrüstung angetreten, Thomas hatte zwischenzeitlich upgegradet und ein GPS Handheld (Garmin Etrex, das Gelbe) beschafft. Damit konnte er den Track aufzeichnen und – wie er uns verschwörerisch wissen ließ – „Dosen“ finden. Wir befanden uns im Geländebereich des neuen Sanatoriums, als es plötzlich hieß: „Hier muss es gleich irgendwo sein.“ – „Was?“ – „Na so ein Cache!“ – „Wie sieht der aus?“ – „Hmmm. Mikro.“ – „Hmmm. Was heißt das?“ – „Eher klein. Eine Filmdose zum Beispiel.“ (Hier zeigte sich der erste Schnittpunkt mit dem Fotohobby – auch wenn wir seinerzeit bereits alle digital unterwegs waren.) – „Hmmm.“ – „Der Hinweis ist »Magnetisch«.“

Das ging dann noch ein wenig hin und her, bis die Dose aus der Struktur einer Überdachtung zu Tage gefördert werden konnte. Da trug man (also Thomas) sich dann ein und die Dose wurde wieder an Ort und Stelle platziert. Wir unterhielten uns gerade noch über Sinn und Unsinn, als eine größere Gruppe angestiefelt kam (ganz ohne Kameras – was wollen die bloß hier?) um dann in Sekunden die Dose zu entdecken und mit großem Aufhebens und eigenen Stempeln zu loggen. Ah ja.

Im Laufe des Tages haben wir dann immer wieder versucht, und des Themas anzunähern, aber die in Beelitz versteckten Multis waren „nicht ohne“ und nur bedingt Einsteiger-geeignet. Ohne weiteren Fund und mit so wenigen Bildern wie bei keinem anderen LP-Besuch ging es dann am Abend wieder nach hause.

In den folgenden Tagen Stunden hat mich das Thema irgendwie nicht mehr losgelassen und am 8. Juni zog ich mit Kinderwagen (unschlagbare Tarnung!), GPS Mouse und Windows PDA los, um meine erste Dose zu finden. Und Tatsache: wenige hundert Meter von daheim konnte ich meinen ersten Cache loggen. Seit dem habe ich – haben wir – die verschiedenen Spielarten des Geocaching fast alle ausprobiert. Von FTF-Rennen, Powertrails über Nachtcaches und Klettermultis war alles dabei. Nach dem Erreichen einer gewissen Fundzahl wird man dann irgendwann ruhiger und rennt nicht mehr bei jeder neuen Dose gleich los. Mittlerweile cache ich (und die üblichen Verdächtigen™) sehr gezielt an ausgewählten Orten – Genusscachen ist angesagt :)