Twitter Blind Whisky Tasting?

Winterzeit. Es ist kalt draußen, die Auto- und Bundesbahnen frieren ein – was läge da näher, als das nächste #BYOBWT zu veranstalten, ohne dabei das Haus zu verlassen. Also nicht nur ich gehe dafür nicht vor die Tür, sondern auch sonst keiner der Teilnehmer oder Teilnehmerinnen.

Klingt bestechend einfach? Ein jeder setze sich mit seinem Stoff auf’s Sofa und dann hieße es trinken und twittern. Das wäre tatsächlich einfach, aber kommt ja ohnehin ständig vor. Wo ist also die Innovation?

Nach dem bei den bisherigen #BYOBWTs bereits trefflich über die (eindimensionale) Reihenfolge der aufgetischten Flaschen diskutiert wurde, schlage ich vor, den Schwierigkeitsgrad ein wenig zu erhöhen. Blindverkostung ist das Stichwort: aus #BYOBWT könnte #TBWT werden. Jeder sitzt mit einer Auswahl anonymisiert abgepackter Whisky-Einheiten auf dem Sofa, zu einem vereinbarten Termin wird entkorkt und dann (der Reihe nach) probiert, kommentiert, geschmeckt, geraten. Anonymisiert abgepackt? Wäre schon nicht schlecht, denn Form und Farbe einer Flasche oder eines überklebten Etiketts lassen sich nie ganz verbergen.

The first chemistry class I likeWie soll das Ganze also ablaufen?

Die Aktion ist so schätzungsweise für 6 Teilnehmer geeignet. Jeder stellt dann eine Flasche (bzw. einen Teil davon) für das Tasting zur Verfügung. Als Spielregel würde ich für den Anfang ausgeben, dass nur Sorten verwendet werden, die schon mal in einem #BYOBWT vorgekommen sind. Als Blindverkostung wird das immer noch schwierig genug – daher die Beschränkung auf sechs Sorten.

Ich habe hier einen Vorrat unbenutzter Apothekerfläschchen (5cl), die ich für die Aktion zur Verfügung stellen würde. Jeder Teilnehmer bekommt sechs kleine ungekennzeichnete Flaschen und befüllt sie mit dem von ihm ausgewählten Whisky. Macht in Summe einen Einsatz von 0.3 Litern. Danach werden die Flaschen wieder eingesammelt, beschriftet/nummeriert und solange intelligent hin- und hergetauscht, bis jeder Teilnehmer je eine Flasche von jeder Sorte hat. Generell wäre das alles auch per Post möglich.

Eigentlich bräuchten wir dafür dann noch einen oder eine Unparteiische, der/die im Vorfeld darüber wacht, dass von den sechs Flaschen nicht fünfmal Talisker ins Rennen geht. Außerdem müsste (am Ende) auch aufgelöst werden, was in den Probeflaschen tatsächlich drin war und wer richtig gelegen hat. Vielleicht ließe sich über diesen Weg auch die Reihenfolge der Proben bestimmen, damit nicht die erstbeste Torfbombe oder eine Fassstärke das Schmecken vorzeitig beendet.

Any Comments?

Whiskytausch

OK, kein Meisterfoto, aber dieses Bild ist auch nicht für die Rubrik „Fotos“ gedacht, sondern es zeigt meine ersten Resultate zum Thema Whiskytausch. Sieht ein wenig nach Apotheke aus – aber das ist durchaus passend, wenn man einen Blick auf die Inhalte wirft. Für 5cl Glengoyne 10y und eine Glenlivet 12y Miniatur habe ich die abgebildeten 5cl Ardbeg Still Young (8y) und 5cl Ardbeg Almost There (9y) bekommen. Mit dem Probieren warte ich aber noch ein wenig – ich würde die Reihe gern mindestens nach oben noch mit einem Ardbeg 10y verlängern. Ob auch noch ein Very Young aufzutreiben ist, steht in den Sternen :) Vorteil beim Whiskytausch: Man kommt geschmacklich ein wenig rum, ohne die Bar unnötig mit Flaschen vollzustellen und dabei den Geldbeutel zu leeren.

Ein wänziges Schlöckchen

Um die Wartezeit bis zum Run auf die Fassanteile sinnvoll zu überbrücken habe ich bei Finlays eine Probe vom zehnjähringen Glengoyne geordert, die heute geliefert wurde. Damit habe ich dann zumindest eine vage Idee dessen, was in etwa zehneinhalb Jahren – wenn wir uns nach der Zeit auf die Abfüllung einigen sollten – auf mich wartet :) Im Paket ebenfalls ein neues Tastingglas von Riedel – ich werde berichten.

Schmeckt nach altem Bootslack

Klar, kann nur der Talisker 18yo Single Malt sein!

Bei der Durchsicht von Geschmacksnotizen zu Whisky und Wein und auch bei Verkostungen stellt sich mir von Zeit zu Zeit die Frage, ob die Autoren/Teilnehmer teils wirklich abenteuerlich klingende Details herausschmecken, oder ob sie einfach nur übermäßig kreativ sind. Einige Grundgerüche und Geschmäcker habe ich drauf, so finde ich zum Beilspiel, dass Talisker „nach Meer“ schmeckt, aber Teer, alten Bootslack oder dergleichen finde ich (bisher :-) einfach nicht heraus. Ich werd mal noch ein wenig weiter probieren…