Hallo Kamera, hier Pi!

Nach dem erfolgreichen Versionscheck am Ende des letzten Artikels wird nun die Kamera via USB angeschlossen. Dann soll gphoto mal zeigen, ob es die neue Hardware am Pi erkennt.

gphoto2 --auto-detect

gphoto2 --auto-detectSiehe da, die Nikon meldet sich gleich auf Anhieb :-) Was nun? Ach so klar, ein Bild! Also flugs

gphoto2 --capture-image

gphoto2 --capture-image failHuch?!? Bisher lief alles so glatt und jetzt das? Da muss wohl mal Google bemüht werden. Resultat: Beim Anschließen wird die Speicherkarte in der Kamera von einem vorwitzigen Dienst als Datenträger erkannt. Den kann man entweder jedesmal deaktivieren „sudo killall gvfs-gphoto2-volume-monitor“ oder wie folgt dauerhaft mundtot machen:

volume monitor stoppennach einem Neustart mit „sudo reboot“ startet der nächste Versuch mit „gphoto2 –capture-image“:

gphoto2 --capture-imageUnd nun ist das erste Bild geschossen. Allerdings mit den aktuelle Kameraeinstellungen und das ist ja nicht unbedingt das Ziel. Mit

gphoto2 --get-config /...parameter.../...

lassen sich Einstellungen auslesen, mit

gphoto2 --set-config /...parameter.../...=[Wert]

können sie geschrieben werden. Beim Auslesen gibt es freundlicherweise noch ein paar Hinweise an die Hand, was die einzelnen Werte repräsentieren. Denn ISO100 setzt man nicht mit „set…=100“. Wäre ja auch zu leicht. Auslesen am Beispiel ISO:

gphoto2 get ISOSetzen eines neuen ISO Wertes mit:

gphoto2 set ISOSo weit, so gut. Leider sind die möglichen Parameter von Hersteller zu Hersteller und von Kamera zu Kamera unterschiedlich. Zum Glück kann man aber die Kamera fragen, auf was sie so hört:

gphoto2 --list-config

Heraus kommt eine lange Liste, die ich vorsorglich in einen eigenen Artikel ausgelagert habe. Bis zum nächsten Post schaue ich die mal durch und suche mir die wesentlichen Werte heraus ;-)

gphoto Settings für die Nikon D7000

Ausgelesen mit

gphoto2 --list-config

zeigen sich die Eigenschaften der angeschlossenen Kamera, die mit gphoto gelesen bzw. geschrieben werden können. Es folgt – der Vollständigkeit halber – eine längere Liste :)

Die wesenlichen Attribute werden an anderer Stelle in ihre Einzelteile zerlegt.
Weiterlesen

Installation von gphoto auf dem Pi

Nach dem der Start mit dem Raspberry Pi erfreulich glatt verlief, habe ich mir das nächste Teilprojekt vorgeknöpft: gphoto installieren, um meiner Kamera „hallo“ zu sagen. Leider ist es hier schon vorbei mit dem einfachen „apt-get install“, gphoto lädt man schön von Hand und muss dann noch ein wenig nacharbeiten. Zunächst werden aber einige grundlegede Dinge installiert:

sudo apt-get install -y libltdl-dev
sudo apt-get install -y libusb-dev
sudo apt-get install -y libexif-dev
sudo apt-get install -y libpopt-dev

Als ordnungsliebender Mensch :) habe ich dann für die anstehenden Downloads ein temporäres Verzeichnis angelegt:

mkdir gptemp
cd gptemp

Und dann gehts auch schon los. Zunächst mal die aktuelle Version der LibUBSx laden, bauen und installieren. Aktuell (10.02.2014) ist V1.0.11 und die gibts hier.

wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/libu/libusbx/libusbx_1.0.11.orig.tar.bz2
tar xjvf libusbx_1.0.11.orig.tar.bz2
cd libusbx-1.0.11/
./configure
make
sudo make install
cd ..

Als nächstes wird die aktuelle Version der libgphoto geladen, gebaut und installiert (das dauert und wirft eine Menge Warnungen). Aktuell (10.02.2014) ist V2.5.3.1.

wget http://downloads.sourceforge.net/project/gphoto/libgphoto/2.5.3/libgphoto2-2.5.3.tar.bz2
tar xjvf libgphoto2-2.5.3.tar.bz2
cd libgphoto2-2.5.3
./configure
make
sudo make install
cd ..

Ist das erledigt, kommt zum Schluss die aktuelle Version von gPhoto an die Reihe. Aktuell (10.02.2014) ist V2.5.3.

wget http://downloads.sourceforge.net/project/gphoto/gphoto/2.5.3/gphoto2-2.5.3.tar.gz
tar xjvf gphoto2-2.5.3.tar.gz
cd gphoto2-2.5.3
./configure
make
sudo make install
cd ..

Dann noch die Libs verlinken

sudo ldconfig

Und schon darf ausprobiert werden:

gphoto2 --version

gphoto2 --versionNach dem Spaß das Aufräumen nicht vergessen:

cd ..
rm -r gptemp

Oder mit der Brechstange bei schreibgeschützten Inhalten (Vorsicht!)

rm -rf gptemp

Und fertig :-)

Neues Jahr, neuer Computer

Endlich gibt’s mal wieder einen neuen Rechner für den Maschinenpark. Er ist nur irgendwie etwas kleiner ausgefallen, als alle bisherigen Modelle. Kurz um: ich habe mir einen Raspberry Pi gekauft. Im Jahr 2007 habe ich schon einmal mit einem Einplatinencomputer experimentiert, der damals die Steuerung von Belichtungsreihen übernehmen sollte. Die Möglichkeiten waren seinerzeit begrenz, da die Kamera nur über den Fernauslöser-Eingang angesteuert werden konnte. Kurze Belichtungszeiten waren damit nicht genau zu bemessen und an die Steuerung von Blende, ISO usw. war gar nicht zu denken.

Mehrere Schubbser führten mich schließlich zum Kauf eines Raspberry Pi. Irgendwie unschlüssig zwischen Arduino und Raspberry Pi war ich im vergangenen Jahr auf der Maker Faire 2013 in Hannover. Dort habe ich bei Franzis eine Kamera gebaut und mit dem Eigenbau dann am Fotowettbewerb teilgenommen. Herausgekommen ist ein Buchpreis – insgesamt fünf Bücher rund um den Raspberry Pi. Ein erster Wink :)

Dennoch war mir die ganze Geschichte mit dem Linux (wenn auch vorgefertigt) noch nicht so ganz geheuer. Immer wenn man eine Sonderlocke dazu haben möchte, laden, maken usw.

Neulich bin ich dann bei Watterott über ein Touch Display gestolpert, das direkt für den Pi angepasst ist *und* mit einem fertig gebauten Image daher kommt. Sah interessant aus.

An anderer Stelle habe ich dann noch das gphoto Projekt entdeckt, mit dem sich scheinbar über USB fast alle Kameraparameter lesen und schreiben lassen sollen, und da war es dann um mich geschehen. Geordert habe ich einen Pi mit Netzwerkanschluss (Rev. B), Display und Gehäuse und eine extra Speicherkarte. Damit wird jetzt mal losgebastelt.

Ab heute nur noch Lightroom!

Geschafft, meine komplette Fotosammlung ist in Lightroom „verstaut“ sprich: in der Datenbank verzeichnet und mit ersten rudimentären Tags versehen. Im ersten Schnelldurchlauf sind dann schon mal zwischen vier und fünftausen Bilder auf der Strecke geblieben. Jetzt wird nach und nach aufgeforstet und wegbearbeitet!