Startrails, die Serienbildfunktion und die Tücken der Intervallaufnahme

Startrails wollte ich auch immer schon mal fotografieren. Tolle Bilder und Umsetzungen hatte ich ausreichend gesehen, und als ich dann noch ein einer mittelmäßig recherchierten Fotozeitung mit Nikon Bezug einen Artikel zum Thema gelesen hatte, war klar: Das wird jetzt ausprobiert.

Zu lesen stand in besagtem Magazin:

Um auszulösen, können Sie die Intervallaufnahme-Funktion Ihrer Nikon verwenden. Oder sie schalten die Kamera auf Serienaufnahme und schließen einen Fernauslöser an, der über einen Feststell-Modus verfügt.

Gesagt, getan. Kamera aufs Stativ, ein paar Einstellungen vorgenommen, Belichtungszeit auf 30 Sekunden eingestellt, Intervallaufnahme auf 1 Sekunde eingestellt, 999 Belichtungen und Feuer frei.

Als ich später am Abend zur Kamera zurück kam, tat sich da nichts mehr. Akku noch ausreichend gefüllt, Speicherkarte nicht annähernd voll und auch sonst alles unverdächtig. Aus nicht näher erkennbaren Gründen hatte die Kamera den Dienst eingestellt. Die Erklärung für dieses Verhalten (Nein, es war nichts kaputt oder abgestürzt) folgt ein paar Absätze später. Also alles auf Anfang und die Intervallserie neu gestartet.

Bei der nächsten Kontrolle: Wieder alles vorbei. Sollte meine Kamera eine Macke haben? Also noch einmal anwerfen. Resultat sind jedenfalls unschöne Lücken im Trail (immer bis zum Entdecken des Ausfalls).

Startrail mit Lücken

Naja. Erinnern wir uns an die oben genannte mittelmäßig recherchierte Fotozeitung, wie lautete doch das Zitat?

Oder […] schließen einen Fernauslöser an, der über einen Feststell-Modus verfügt.

Gesagt, getan. Fernauslöser dran, Kamera auf langsame Serienbildfunktion (CL) und los geht es wieder. Jetzt muss es ja funktionieren, denn nun hängt es ja nicht mehr von Software ab :-). Später am Abend: Wieder alles ruhig. Fu&$*! Was denn nun noch?

Analyse: Diesmal hat die D7000 genau 100 Bilder aufgenommen. Im Vergleich zu den 33 mit der Invervallaufnahme schon eine deutliche Steigerung, aber irgendwie trotzdem unbefriedigend. Genau 100. Verdächtig glatte Zahl. Also mal Google angeworfen und relativ schnell verschiedene Artikel über die Individualfunktion „d7 Max. Bildanzahl pro Serie“ gefunden. Dort ist der Wert „100“ voreingestellt und damit ist der Grund für den Abbruch der Serie auch schon gefunden. Einziges Problem: Mehr als 100 kann man dort nicht einstellen! Orrrr.

Dem Autor des Startrails-Artikels aus der oben genannten mittelmäßig recherchierten Fotozeitung („nimmst du Kabelauslöser“) und den Autoren der Web-Artikel über die Individualfunktion d7 („Tipp: Ignorieren; der praktische Nutzen ist dieser Einstellung ist […] unklar. […] einfach den Finger vom Auslöser nehmen, um eine Serienaufnahme zu beenden […].“) möchte ich zurufen: „Vielen Dank für die fundierten Erklärungen! Haben mich nur wenige Stunden gekostet. (Und ein paar Wochen Wartezeit auf den nächsten geeigneten Abendhimmel.)“

Also zurück zur Intervallaufnahme – kann ja nicht sein, dass die kaputt ist. Nun gut, ist sie auch nicht. Anleitung lesen hätte gegebenenfalls geholfen. Was habe ich also falsch gemacht?

Ich habe nicht mit Multitasking in der Kamera gerechnet!

Wenn ich eine Sekunde Intervall einstelle, bedeutet das nicht eine Sekunde Abstand zwischen zwei Bildern, sondern eine Sekunde Abstand zwischen zwei Auslösungen. Allerdings werden nicht nur erfolgte Auslösungen gezählt, sondern auch theoretische. Für eine Aufnahme mit 30 Sekunden Belichtungszeit ist meine D7000 33 Sekunden beschäftigt, bis sie bereit für die nächste Auslösung ist. Die Intervallauslösefunktion interessiert es aber nicht, dass die Kamera anderweitig beschäftigt ist und sie zählt auch die Auslösungen, die nicht stattgefunden haben, weil der Verschluss eh noch offen ist, munter mit. Nach der ersten Aufnahme sind von meinen 999 voreingestellten Intervallaufnahmen nur noch 966 übrig. Wenn man das weiterführt, kommt man so auf die 33/34 Aufnahmen, nach denen bisher meine Serien zuende waren.

Das Intervall „eine Sekunde“ liefert durch Ablesen der verbliebenen Auslösungen nach dem ersten Schuss eine gute Auskunft darüber, wieviel Wartezeit man für die Intervallfunktion tatsächlich einplanen muss, um (nahezu) nahtlos Bilder zu machen. Denn auch mit 30 Sekunden Intervall für 30 Sekunden Belichtungszeit handelt man sich mitunter unschöne Pausen mit jeweils 27 Sekunden Dauer ein und die Serie wird nur halb so lang wie voreingestellt.

Mit in meinem Fall (Bildkontrolle aus, Bildbearbeitung und Rauschreduzierung inCam ebenfalls aus) 33 Sekunden klappt es dann auch mit längeren Serien:

Startrail 2014-02-24

Hallo Kamera, hier Pi!

Nach dem erfolgreichen Versionscheck am Ende des letzten Artikels wird nun die Kamera via USB angeschlossen. Dann soll gphoto mal zeigen, ob es die neue Hardware am Pi erkennt.

gphoto2 --auto-detect

gphoto2 --auto-detectSiehe da, die Nikon meldet sich gleich auf Anhieb :-) Was nun? Ach so klar, ein Bild! Also flugs

gphoto2 --capture-image

gphoto2 --capture-image failHuch?!? Bisher lief alles so glatt und jetzt das? Da muss wohl mal Google bemüht werden. Resultat: Beim Anschließen wird die Speicherkarte in der Kamera von einem vorwitzigen Dienst als Datenträger erkannt. Den kann man entweder jedesmal deaktivieren „sudo killall gvfs-gphoto2-volume-monitor“ oder wie folgt dauerhaft mundtot machen:

volume monitor stoppennach einem Neustart mit „sudo reboot“ startet der nächste Versuch mit „gphoto2 –capture-image“:

gphoto2 --capture-imageUnd nun ist das erste Bild geschossen. Allerdings mit den aktuelle Kameraeinstellungen und das ist ja nicht unbedingt das Ziel. Mit

gphoto2 --get-config /...parameter.../...

lassen sich Einstellungen auslesen, mit

gphoto2 --set-config /...parameter.../...=[Wert]

können sie geschrieben werden. Beim Auslesen gibt es freundlicherweise noch ein paar Hinweise an die Hand, was die einzelnen Werte repräsentieren. Denn ISO100 setzt man nicht mit „set…=100“. Wäre ja auch zu leicht. Auslesen am Beispiel ISO:

gphoto2 get ISOSetzen eines neuen ISO Wertes mit:

gphoto2 set ISOSo weit, so gut. Leider sind die möglichen Parameter von Hersteller zu Hersteller und von Kamera zu Kamera unterschiedlich. Zum Glück kann man aber die Kamera fragen, auf was sie so hört:

gphoto2 --list-config

Heraus kommt eine lange Liste, die ich vorsorglich in einen eigenen Artikel ausgelagert habe. Bis zum nächsten Post schaue ich die mal durch und suche mir die wesentlichen Werte heraus ;-)

gphoto Settings für die Nikon D7000

Ausgelesen mit

gphoto2 --list-config

zeigen sich die Eigenschaften der angeschlossenen Kamera, die mit gphoto gelesen bzw. geschrieben werden können. Es folgt – der Vollständigkeit halber – eine längere Liste :)

Die wesenlichen Attribute werden an anderer Stelle in ihre Einzelteile zerlegt.
Weiterlesen

Schneeflocken fotografieren

Schneeflocke 2006

Seit ein paar Jahren, genauer seit Februar 2006, versuche ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit Schneeflocken zu fotografieren. Nur leider sind die Gelegenheiten äußerst rar gesät: Es muss kalt genug und nach Möglichkeit eher trocken sein, damit die Flocken nicht als große Klumpen niedergehen, sondern einzeln. Außerdem sollte man rechtzeitig eine einfarbige Unterlage rausgestellt haben, damit sie gut durchkühlen kann. Andernfalls fangen die Flocken unmittelbar nach dem „Aufschlag“ an zu schmelzen. Im Beispielbild ist das auch passiert, aber ich war gerade noch schnell genug am Drücker. Seit 2006 habe ich immer wieder Anläufe unternommen, aber die Ergebnisse waren trotz stetig verbesserter Ausrüstung nicht wirklich sehenswert. Also heißt es: dranbleiben!

Heute bin ich dann bei Spiegel Online in einer Fotostrecke auf einen Fotografen namens Wilson Bentley gestoßen, der sich – sagen wir mal – sehr ausführlich mit der Fotografie von Schneeflocken befasst hat. Insgesamt hat er 5.381 Fotos von Schneeflocken gemacht:

„Under the microscope, I found that snowflakes were miracles of beauty; and it seemed a shame that this beauty should not be seen and appreciated by others. Every crystal was a masterpiece of design and no one design was ever repeated., When a snowflake melted, that design was forever lost. Just that much beauty was gone, without leaving any record behind.“

Über 5.000 Fotos zeugen schon von einem gewissen Durchhaltevermögen, so richtig beeindruckend wird das aber erst, wenn man sich die Zeit vergegenwärtigt, in der die Aufnahmen entstanden sind. Wilson Bentley lebte von 1865 bis 1931. Von Bentley gibt es eine Reihe von Veröffentlichungen, auch seine Website enthält eine Reihe von Artikeln und Bildern.

Und wieder da: die P7100

Kurzmitteilung

Und wieder da: die P7100

Rechtzeitig zum Wochenende ist die P7100 jetzt in einem Zustand angekommen, in dem sie im Hause bleiben kann. Dieses Mal klemmt nichts, also wird jetzt erstmal der Akku geladen (und der Arbeitstag beendet) bevor heute Abend ausgiebig gespielt werden darf :) Danach kommt sie frisch geputzt in die Schachtel zurück, denn eigentlich ist die Kamera ja ein Geschenk…

Und schon wieder weg

Kurzmitteilung

Und schon wieder weg

Kaum war die P7100 geliefert und ausgepackt, da war sie auch schon wieder in der Schachtel und auf dem Rückweg zu Amazon. Grund: Beim ersten Durchspielen aller Knöpfe und Tasten klemmte die Schnellmenü-Taste, und zwar so, das sich auch nach mehrmaliger Betätigung keine Besserung einstellte. Also fix online die Reklamation eingestielt und Ersatz angefordert. Mal sehen, wie lange das dauert…

[Update 19:10] Die Versandmitteilung für die Ersatzlieferung ist schon da, da kann ich bei der Packstation gleichzeitig die Rücklieferung reinstellen und das Replacement mitnehmen.

SB-900 abgekündigt !?

Kurzmitteilung

SB-900 abgekündigt !?

Bei nikon rumors konnte man heute lesen, dass der Nikon SB-900 Blitz abgekündigt worden sein soll. Erstens darf man gespannt sein, was der Ersatz sein wird, zweitens kann man trefflich über die Gründe spekulieren, die zur Ablösung des Modells geführt haben mögen.
Lag’s am (technischen) Design – Stichwort: Erwärmung? Oder liegt’s einfach daran, dass für die heiß ersehnten neuen Flaggschiffe auch ein neues Blitzsystem auf den Markt kommt?