Neues Denken

Wenn man so vor dem Lasercutter sitzt und auf seine Bauteile wartet, hat man Zeit zum Nachdenken. Nachdenken darüber, was dieses Gerät alles ausschneiden kann. Welche Materialien bearbeitbar sind. Häufig sehe ich Anregungen für Projekte, bei denen ich denke: „…ach, wär ja schön, aber wie soll ich das mit meinen Mitteln bauen…“. Oder wenn Bausätze verfügbar sind, sind sie teuer, müssten dann noch weiter verfeinert werden und werden damit noch teurer.

Nach einiger Zeit geht dann das Nachdenken in das Neudenken über :) Und plötzlich ist „alles“ möglich! OK, nicht alles, aber vieles von dem, was bisher weit weg, zu kompliziert oder zu teuer war, rückt in den Bereich des Machbaren.

Bisher habe ich mich auf das LEGO Framework mit seinen vorgegebenen Teilen konzentriert und versucht, zum Beispiel Modellbau Servos Lego-kompatibel zu verpacken, um dann mit Lego die weiteren Strukturen zu bauen. Das erscheint nun viel zu kompliziert gedacht, denn die weiteren Strukturen könnte ich jetzt natürlich auch auf Maß machen und ausschneiden.

Außerdem lässt sich mit eigenen Teilen kompakter bauen, bei Lego ist alles auf 8mm Schrittweite festgelegt und Bauteile werden mit entsprechenden Verbindern ineinander geschnappt. Mit dem 8mm Rastermaß werden die Modelle schon recht klobig, bleiben dabei aber eher klapprig. Kein Vergleich zu einem auf Maß geschnittenen Teil, in das ich an beliebigen Stellen einfach ein paar Stahlschrauben hineinplanen kann.

Und jetzt wird der Stift gespitzt!

Maker Faire 2014 und die Folgen…

Maker Faire LogoNach der ersten Maker Faire in Hannover im vergangenen Jahr war (trotz Sauna-ähnlicher Zustände in der Glashalle des HCC) schnell klar, dass ich mir die Neuauflage in 2014 wieder anschauen würde. In diesem Jahr mit erweitertem Programm und mindestens verdoppeltem Hallenplatz würde es bestimmt wieder ein schönes Event für Nerds, Bastler, Ingenieure und kleine wie große Kinder werden. Am Eröffnungssamstag habe ich ausgiebig alleine (also ohne Begleitung, aber schon mit ein paar Tausend anderen Gästen) meine Runden gedreht und dabei allerlei Interessantes entdeckt. Meine persönlichen Highlights waren die 360° Kamera von Jonas Ginter und die „Pappkrabben“ von Zoobotics.

Während der Würfel aus dem 3D Drucker mit sündteurer Technik (6 GoPros) „vollgestopft“ ist, bestechen die Paperbots von Daniel Kocyba durch ihre (zumindest vordergründige) Einfachheit. Aus lasergeschnittener Graupappe, für die Optik bezogen mit Papier sind je Arm zwei oder drei Servos eingebaut, mit deren Hilfe die Krabbeltiere laufen oder sich drehen können. Sehr beeindruckend!

Durch diese Exponate, aber auch durch eine ganze Reihe anderer Ausstellungsstücke ist das seit der Maker Faire 2013 bei mir vorhandene Bastelfieber wieder auf einen kritischen Wert gestiegen. Ich wollte auch etwas bewegen – oder besser gesagt: ich wollte auch etwas sich bewegen lassen! Eine Weile habe ich mir dann noch Schrittmotortreiber und Servocontroller für den RaspberryPi angesehen bis für mich entschieden war: Das sieht mit dem Arduino doch ein ganzes Stück schlanker und bequemer aus. Also auf zu amazon und einen Arduino Uno geklickt. Und weil das mit dem Klicken so schön einfach ist, habe ich mir via eBay noch eine Hand voll Kleinigkeiten aus Fernost dazubestellt, wie zum Beispiel: Drei Servos, einen Ultraschall-Entfernungssensor, einen Lagesensor, ein LC Display (16*2), eine LED Matrix und zwei Joystick-Potis. So der Deutsche Zoll will, werden diese Dinge nun eines nach dem anderen in den nächsten Wochen eintrudeln. Ich bin gespannt!